von:

Angie Radtke und
Dr. Michael Charlier

ISBN: 3-8273-2379-7
Addison-Wesley 2007
254 Seiten, 4-farbig, Bilderdruck

Aus der Einleitung:

Mit diesem Buch möchten wir einen verständlichen Leitfaden anbieten, der es Webdesignern und -entwicklern anhand von Praxisbeispielen erleichtert, die Wünsche ihrer Auftraggeber und die Grundsätze der Zugänglichkeit miteinander zu vereinbaren.

Zugänglichkeit von Webseiten für Menschen mit Behinderungen war lange Zeit ein Thema für Experten. In den letzten drei Jahren hat sich dieses Thema geradezu zum Hype entwickelt. Dies liegt sicherlich daran, dass am 1. August 2002 das Bundesgesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen in Kraft getreten ist. In diesem Gesetz ist geregelt, dass die öffentlichen Webauftritte des Bundes bestimmten Kriterien in Bezug auf die Barrierefreiheit genügen müssen. In den folgenden Jahren haben sich die meisten Bundesländer dem für ihren Bereich angeschlossen – mehr oder weniger weitgehend.

Seitdem verlangen immer mehr öffentliche Auftraggeber von ihren Web-Dienstleistern, diese Kriterien zu erfüllen. Gleichzeitig bemühen sich auch Anbieter kommerzieller Webseiten zunehmend darum, ihre Auftritte zugänglicher zu gestalten. Das ist umso erfreulicher, als sie dazu nicht durch gesetzliche Vorgaben verpflichtet sind. Und vielleicht eröffnet sich gerade dadurch auch die Chance, "Accessibility", die derzeit doch oft eher als Gegenstand von Pflichterfüllung erscheint, zu einer Sache allgemeinen Interesses werden zu lassen.

Beim Bemühen um mehr Zugänglichkeit wird allerdings in vielen Fällen mehr versprochen, als geleistet werden kann. Immer wieder kommt es vor, dass sich die Dienstleister mehr oder weniger mechanisch an den Vorgaben der BITV (Barrierefreie Informationstechnologie Verordnung; siehe Kapitel 5) entlanghangeln, ohne zu verstehen, welchen Sinn einzelne Vorschriften haben und wie man nicht nur dem Buchstaben des Gesetzes "irgendwie" Genüge tun, sondern auch das gesteckte Ziel erreichen kann. Aber diese und andere Vorschriften können nur ein Leitfaden sein, der uns im Einzelfall nicht das Denken abnimmt. Man muss die technischen Möglichkeiten kennen und die Prioritäten für ihren Einsatz bestimmen können, um die Anforderungen der Zugänglichkeit sinnvoll und möglichst umfassend umzusetzen. Dazu soll unser Buch Hilfestellung bieten.